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Campingküche

Ziemlich genau vor einem Jahr, flimmerte ein wunderschönes Bild an mir vorbei. Leider weiß ich nicht mehr wo genau das war, aber ich tippe entweder auf den wunderbaren Tumbleblog (nsfw) von Frau Nikiforova, TAoM oder auf den in jüngster Zeit stark kommerziell ausgerichteten Herrn Stewart. Wie auch immer ... danach reifte in mir der Wunsch auch auf Tour auf den fertigen Scheissfraß aus Dosen und Tüten zu verzichten. Mein Wunsch wurde mir schon kurz  darauf im folgenden Schwedenurlaub erfüllt, denn die netten Leute von Scandtrack hatten uns eine Kiste voll mit Sachen zum Selbstzubereiten gepackt. Dazu gab es das berühmte Outdoorkochbuch und so saß ich jeden Abend schnippelnderweise in der DANO-Schutzhütte um den Trangia zu befüllen. Es hat immer wunderbar geschmeckt und wir haben nicht einmal den geschmacksverstärkten Müll vermisst, den man sich sonst unterwegs in den Kopp haut. Außerdem ist der Aufwand auch nicht viel höher als eine Dose Ravioli warm zu machen.

Wenn man das ein paar mal gemacht hat, kristallisieren sich ein paar Grundzutaten heraus, die beliebig kombiniert eine abwechslungsreiche Kost ergeben und sich seit Jahrhunderten unter Treckern bewährt haben. Natürlich muss man mit gewissen Einschränkungen leben, wenn man nur eine Flamme zum Kochen hat, aber wer mal drei Tage am Stück Dosenfraß hinter sich gebracht hat, dem ist alles andere lieber.

In die Verpflegungskiste gehören auf jeden Fall folgende haltbare(!) Lebensmittel:

  • Kartoffeln, Reis, Nudeln
  • Zwiebeln, Knoblauch
  • geräucherter Speck
  • Tomaten (die dürfen auch in der Dose sein ^^), Karotten, Paprika
  • Salami
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Zucker, Paprika, Chili, Kümmel)
  • Bohnen (Dose), Linsen
  • Schmelzkäse, Mich
  • Mehl, Backpulver
  • Öl
  • (gekochte) Eier

Damit kommt man schon recht weit, wie ihr zum Beispiel hier und hier nachlesen könnt. Und wenn ihr außerdem ein feines Messerchen mitnehmt, macht es nochmal doppelt Laune.

Als nächstes spare ich dann auf einen Dutch Oven (ganz nach unten scrollen!). :-)


Böker Plus SanYouGo

Lange, lange hat kein Messer mehr den Weg zu mir gefunden. Doch jetzt wo die Festival und Campingsaison vor der Tür steht, habe ich nach langem Zögern ein weiteres Messer von meiner Wunschliste erworben. Wie der Titel vermuten lässt handelt es sich dabei um ein Böker Plus Sanyougo nach einem Design von Jesper Voxnaes in der Version mit grünem Canvas Micarta. Die weiteren technischen Details findet ihr auf der Böker Website.

Jesper selbst bewirbt das Messer als Kochmesser für den Camping und Outdoor Bereich, was auf Grund der geringen Abmessungen einerseits überrascht andererseits wegen der Santoku-ähnlichen Klinge plausibel erscheint. Youtube-Befüller und Forenkollege jackknife68 hat noch einen anderen Verwendungszweck gefunden und ich muss gestehen, das war auch mein erster Gedanke:

Das Böker Plus SanYouGo erinnerte mich sofort an eines der Messer, welches von diversen nativen Kulturen zur Bearbeitung von Häuten, Wild usw. verwandt wurde.

(Quelle: yt)

Da ich keinen Jagdschein besitze durfte sich das Sanyougo am Wochenende zuerst in der Küche, bei den Vorbereitungen zu einem zunftigen Asado, beweisen. Dort hat es seinen Job erstaunlich gut gemacht. Die Handlage ist trotz des stummelartigen Griffs ganz ordentlich und die Schneidleistung erwartungsgemäß sehr hoch. Die einzigen Probleme entstehen, wie man sich denken kann, wenn das zu bearbeitende Objekt Ausmaße besitzt, die die Klingenlänge überschreiten (Salatkopf, große Gemüsezwiebel). Dann ist es mit einem einfachen Schnitt nicht mehr getan und man fängt an rum zu hantieren. Aber es soll ja auch kein Ersatz für ein vollwertiges Kochmesser sein, sondern die Lücke zwischen Fahrtenmesser (zu dick, zu flach) und SAK (zum Kartoffelschälen und Dosenöffnen) schließen und das tut es zu meiner vollsten Zufriedenheit. Außerdem habe ich die vage Hoffnung, dass es mein geliebtes Weib endlich von der Verwendung eines Brötchenmessers, für alle in der Küche anfallenden Arbeiten, abbringt. ;-)

Btw.: auf dem letzten Bild gut zu sehen, die deutlich hellere Farbe der Micarta Schalen, als auf den Produktfotos von Böker. Gefällt mir sehr und genau so hätte ich es gerne auf meinem Haddock.