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Da verbringt man schon die Hälfte seiner Zeit in dieser Szene und so coole Sachen gehen an mir vorbei:

Und natürlich hat das beste Blog der Welt dafür ein Plugin.

Da kommen mir interessante Anwendungsmöglichkeiten für Ginkgo in den Sinn. 8-)

Mein Wunschdesktop - PIM

PIM ist der zentrale Aspekt bei der Computernutzung. Bei dem Begriff denkt man zuerst an den klassischen Anwendungsfall Adressen, Aufgaben, Kalender und Mail. Typischerweise zählt man auch noch Newsgroups und RSS Feeds dazu. In meinen Augen gehören dazu aber auch das Social Web und unter Umständen sogar Instant Messaging.

Daraus lassen sich zwei zentrale Anforderungen ableiten. 1) Zuerst sollte die verwendete Software so viele Dienste wie möglich unterstützen. Daraus resultiert in der Regel ein sehr hohes Informationsaufkommen, dass 2) den Benutzer so wenig wie möglich im Weg sein sollte. Kann man 1) nur dadurch erreichen, dass man viele verschiedene Einzelkomponenten einsetzt, muss die Erreichbarkeit dieser an zentraler Stelle möglich sein.

Kontact hat in diesem Bereich jahrelang einen guten Job gemacht. Seit meinem ersten Android Handy ist es damit leider vorbei. Vorher habe ich mein Windows Smartphone und Kontact über eine EGroupware synchron gehalten, jetzt liegen meine Daten alle bei Google. Ich bin es gewohnt Feeds synchronisiert auf dem Tablet und dem Desktop zu lesen, ich möchte die neue Email-Adresse eines Kollegen, die ich auf dem Handy geändert habe, direkt in der Autovervollständigung meines Mail Clients auf dem Desktop nutzen, etc.. KDE kann davon nichts. Akregator war immer mein Lieblingsfeedreader, aber ich warte seit Jahren auf Google Reader Sync. Die Akonadi Ressourcen für den Google Calendar arbeiten so zuverlässig wie ein Starfighter und überhaupt ist Akonadi im meinen Augen noch nicht ausgereift für den produktiven Einsatz.

Für Microblogs gibt es soviel ich weiß nur eine halboffizielle KDE Anwendung, Choqok. Tut was man erwartet, aber mehr auch nicht. Ich bevorzuge eine Tweetdeck ähnliche, mehrspaltige  Ansicht. Das ist die einzige Chance das Rauschen etwas zu verringern. Es gibt auch zwei nicht-KDE Clients die das können. Turpial und Polly. Im Gegensatz zu Choqok können die aber nur Twitter. Als Gnome/Unity User ist man auch wieder nicht besser dran. das was ich von Gwibber gesehen habe, fand ich jetzt nicht besonders überzeugend.

Mail ... tja Mail. Eigentlich kann man da nicht viel falsch machen oder? Kmail kann. Kleinigkeiten die das Gesamtbild aber stark trüben.Ein echtes Ärgernis ist, dass die Entwickler es seit Jahren nicht auf die Reihe kriegen, ordentlich auf Netzwerkausfälle zu reagieren. Fährt man beispielweise den Rechner aus dem Standby wieder hoch, muss man Kmail durchstarten bevor man neu eingegangene Mails lesen kann und das obwohl die ganze Arbeit jetzt ebenfalls von Akonadi erledigt wird. Die Optik ist in meinen Augen auch nicht mehr zeitgemäß. Hier hätte man sich mindestens seit Kmail2 mehr an Apple oder Opera Mail orientieren sollen. Hätte aber wohl nicht ins Gesamtkonzept gepasst. Außerdem vermisst man ganz schnell eine Unified Inbox, ein Feature das ich nicht mehr missen möchte.

Zum Thema Kalender ist eigentlich alles gesagt. Funktioniert für mich einfach nicht ohne Google Synchro. Also muss man sich Alternativen suchen. Ich benutze schon seit längerem Thunderbird + Ligthning, was durchaus reibungslos funktioniert. Leider verliert man dadurch natürlich auch wieder die KDE Integration, zum Beispiel im Tray Applet. Unity User sind hier auch nicht besser dran, seit Canoncial Evolution durch Thunderbird ersetzt hat. Wieso eigentlich?

Dafür ist das Indicator-Me Applet von Unity/Gnome in Verbindung mit den, im Gegensatz zu Plasma weniger aufdringlichen, Notifications einfach vorbildlich. Es ist gerade präsent genug um wahrgenommen zu werden, aber es stört nicht. Bei mir funktionierte allerdings das Setzen von IM Stati nicht. Ärgerlich. 

Instant Messaging Lösungen gibt es wie Sand am Meer. Will man allerdings eine saubere Integration in KDE haben (z.B. "send to IM Contact" in Dolphin oder KSnapshot), kommt man an Kopete nicht vorbei. Wer es mal benutzt hat, weiß wie mangelhaft die Software ist. So viel ich weiß wird daran auch schon länger nicht mehr weiterentwickelt, man konzentriert sich auf Telepathy. Und wieder steht man als Anwender mit unausgereiften Lösungen da. Nachdem ich gestern Unity ausprobiert habe, weiß ich aber, dass andere noch viel schlimmer dran sind. Bei Empathy kann man nicht einmal sagen ob es funktioniert oder nicht. Manchmal simuliert es Funktion, manchmal fuktioniert es aber es zeigt es einem nicht. Liegt wohl daran, dass die im Backend jetzt auch Telepathy einsetzen.

Ein weiteres Feature das ich in meinem Wunschdesktop unbedingt haben will ist die direkte Beantwortung von Chat Nachrichten wie man es von Facebook oder Google Plus kennt. Bei Gnome3 gibts das wohl schon und für Telepathy-KDE ist es für die 0.4er Release geplant. Dann gibt es hoffentlich auch endlich eine "History" Funktion. m(

(soruce: gnome.org)

Fazit

Wie stelle ich mir also meine Wunsch PIM Software vor? Es sollte so sein wie früher, denn da war bekanntlich alles besser. Ich möchte eine integrierte Software wie Kontact, Evolution oder meinetwegen auch Outlook. Synchro zu den wichtigen Providern muss gehen und es müssen alle Dienste unterstützt werden, bzw. über Plugins möglich sein.

Die Sicht auf RSS Feeds, Kalender und Adressen kann wie gehabt beibehalten werden, aber ich will für Mail, Blogs, Instant Messaging, Social Networks und Microblogs eine kummulierte, personenspezifische, konversationsorientierte Ansicht, bei der alles was mein Kontakt so ins Netz schiebt in einem Stream landet. Und wenn es nicht zu viel verlangt ist gerne auch dedupliziert. Fluent, Sparrow und Geary gehen da in die richtige Richtung, zumindest was Mail betrifft.

Die Aufgabenverwaltung muss unbedingt GTD Methoden unterstützen und direkt an eine Zeiterfassung angebunden sein. Außerdem brauchen wir auch da Synchro mit dem Mobile.

Mein Wunschdesktop - Aussehen und Bedienung

Sind wir mal ehrlich, es gibt zur Zeit nur eine Desktopumgebung, die gut aussieht, sich gut anfühlt und dem Benutzer so wenig wie möglich im Weg steht und das ist Mac OS. Meiner Meinung nach haben sie da aus ergonomischer Sicht so gut wie alles richtig gemacht. Wenn sie nicht so übel im Bereich Lokalität und modusfreier Interaktion daneben liegen würden, wäre das genau der Desktop den ich aus ergonomischer Sicht gerne hätte. Außerdem setzen die immer noch auf ein Dock. Wer bitte will ein Dock haben? Wenn man sich die Verbreitung auf anderen Desktops ansieht, scheint es tatsächlich beliebt zu sein und so haben wir jetzt fast überall Docks. KDE bildet hier (in der Standardinstallation) die löbliche Ausnahme. Ok, bei den Nachahmern sieht das meistens nicht ganz so bescheiden aus wie bei Apple und häufig sind sie funktionaler, aber man kann einem Haufen Dreck ein Kleidchen anziehen und versuchen ihn zu schminken, Mist bleibt immer Mist.

Docks sind im Bereich Fensterverwaltung (beinahe) der schlimmste Feind der Eingabeminimalität. Was spricht gegen eine gute altmodische Taskleiste, in der ich auch noch bei 5 geöffneten PDF Betrachtern ohne Umwege den richtigen auswählen kann? Bei der tastaturbedienten Fensterveraltung, tun sich die Systeme eigentlich nicht viel. Das funktioniert überall recht gut. Die freien Systeme punkten allerdings noch mit der Möglichkeit verschiedener Workspaces und/oder Aktivitäten.

Entgegen aller Meckereien finde ich die Tastaturbedienung von Unity ziemlich cool. Alle Funktionen die man benötigt wurden als Shortcut implementiert und sollte man mal einen vergessen haben, reicht ein Druck auf die Meta Taste und schon bekommt man alle Möglichkeiten übersichtlich präsentiert. Dafür haben sie vergessen die Emulation der mitteren Maustaste zu implementieren, sehr ägerlich für Laptop User.

Window Snapping funktioniert nur unter KDE und soviel ich weiß Windows richtig gut. Unity kann das zwar auch aber nur an den vertikalen Rändern, von Gnome weiß ich es nicht und Mac OS unterstützt das imho gar nicht.

Eine weitere Unart, die viele Systeme bei Mac OS abkupfern ist das globale Menü. Was bei der Plasma Netbook Edition noch Sinn macht wird auf jedem normalen Monitor zur Qual und killt wieder das Lokalitätskriterium. In der Gestaltung von Benutzeroberflächen einer der wichtigsen Aspekte überhaupt. Canoncial hat das nach langem Überlegen wohl auch eingesehen und das HUD erfunden. Leider nur ein sehr schwacher Ersatz und äußerst gewöhnungsbedürftig.

Ein weiterer Schwachpunkt aller Linux Desktops ist die Auswahl der verwendeten Icons und die Gestaltung der UI Primitiven. Während Apple hier wieder einmal Maßstäbe setzt und eine vobildliche Prägnanz und Strukturiertheit durch Absetzen, semantisch korrekte Anordnung und schlichte Farben erreicht, gleichen die (standardmäßig) bei den freien Desktops verwendeten Icons einer Harribo-Tüte. Oft fühlt man sich ans Webdesign der 90er Jahre erinnert, so bunt ist es überall. Strukturiertheit ist selten zu finden.

Sehr schön nachzulesen hier, aus der Serie  "Common user interface mistakes in KDE applications".

Ich packe mir jedes Mal wieder an den Kopf wenn ich daran denke, dass es eine Zeit gab wo der Cloudcity Entwickler für KDE Oxygen gearbeitet hat und die den rausgeekelt haben. Was haben wir jetzt stattdessen? Einmal Kotz Würgh das aussieht wie Kirmes.

Fazit

Ich will ein KDE, das aussieht wie ein Mac OS ohne Dock und ohne globales App Menü. Das ist durchaus machbar mit Cloudcity/Bespin und dem Leo-like Icon Set. Leider ist für Ersteres selbst Kompilieren angesagt und Letzeres wird seit 2010 nicht mehr weiterentwickelt.

Mein Wunschdesktop

Vor ein paar Tagen war es mal wieder so weit, dass ich mich sehr über KDE geärgert habe. Genauer gesagt über ktimetracker. Davon, dass das UI einer dringen Überarbeitung bedarf will ich erst garnicht anfangen; es gab viel substantiellere Probleme, für die ktimetracker nicht einmal verantwortlich ist. Was war also passiert?

Nachdem ich ktimetracker gestartet hatte und ich trotz umständlicher Bedienung eine neue Aufgabe angelegt und eine Sitzung gestartet hatte, muss ungefähr Folgendes passiert sein. Ktimetracker öffnet die ics-Datei in der es die Zeiten speichert. Gleichzeitig existiert eine Akonadi-Ressource, die diese Kalender-Datei dem PIM Subsystem zur Verfügung stellt. Akonadi überwacht also diese Datei auf Änderungen und legt Sicherungskopien an, falls ein anderes Programm (außer Akonadi) solche vornimmt. Ich weiß nicht genau, wie ktimetracker das Filehandling macht, jedenfalls kam es zu sichtbaren Effekten, die sich darin äußerten, dass Akonadi mir jede Sekunde zwei Plasma Notifications geschickt hat, um mir zu berichten, dass sich die ktimetracker-Datei geändert hat. Das führte auf der einen Seite dazu, dass Akonadi einen CPU Kern für sich beanspruchte und andererseits verabschiedete sich Plasma nach einiger Zeit ins Nirvana.

KDE PIM, das ich vor Kurzem auf Grund von absoluter Unbenutzbarkeit für Thunderbird aufgegeben habe, schafft es also sogar dann noch meinem Rechner lahmzulegen, wenn ich es NICHT benutze. Gut ich hätte jetzt die Akonadi Ressource entfernen können, aber das kann auch nicht der Sinn und Zweck sein. Ich will doch nur eine Desktop Umgebung mit guter Integration aller wichtigen Komponenten, die hübsch aussieht und trotzdem maximal funktional ist.

Es gab vor vielen Jahren eine Zeit, es muss kurz nach dem Krieg gewesen sein, da gab es ernsthafte Bestrebungen die beiden Platzhirsche KDE und Gnome zu einem Projekt zu vereinen um dem Linux Desktop endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Ich weiß nicht mehr woran es genau gescheitert ist, aber aus meiner heutigen Sicht ist die Situation schlimmer als jemals zuvor. Der erste Bruch kam entweder mit dem Wechsel von Gnome 2 auf Gnome 3 oder von KDE 3 auf KDE 4, wahrscheinlich lief es jedoch relativ zeitlich. Plötzlich gab es einen Haufen sehr unzufriedener Stammkunden, was darin resultierte, dass Gnome 2 einen Fork erfuhr, andere Desktop Umgebungen populär wurden und bis heute viele KDE'ler der 3er Version nachtrauern.

Canoncial hat sich das Trauerspiel eine Zeit lang mit angeguckt und statt produktiv an einer Lösung zu arbeiten, eine Compiz-basierte Eigenentwicklung forciert, die sich bei einigen Komponenten blutegelhaft bei Gnome bedient, sonst aber nichts mehr damit zu tun hat. Die finanzielle Unterstützung für KDE haben sie auch eingestellt.

Dann kamen die Netbooks, Smartphones, Tablets und Fernseher und wieder floß wertvolle Arbeitszeit in unsinnige Nebenprojekte, weil man auch auf diese Plattformen wollte, anstatt erst mal sein Kerngeschäft ordentlich zu machen. Und so stehen wir heute mit einem Haufen unausgereifter Desktops und Architekturen da und sterben an inneren Blutungen während wir uns in Sicherheit wähnen, weil der alte Feind auch nur Mist baut. Der lachende Dritte ist wie immer Apple. Ich kenne einige Leute die um 2006/2007 zu Mac gewechselt sind und ich habe vereinzelt von Leuten erfahren, die tatsächlich zu Windows zurück gekehrt sind. Informatiker. Freiwillig. Soo schlimm ist es schon.

Alle meine Geek Freunde, für die irssi, mutt und  vi die Krone der Usabillity sind, können an dieser Stelle aufhören weiterzulesen. :-) Für alle anderen versuche ich mal unstrukturiert und unvollständig zu beschreiben, was ich von meiner Desktop Umgebung im Jahr 2012 erwarte und was mich an KDE stört. Ich gehe hier von Standardinstallationen aus, an denen nicht stundenlang rumgetweakt wurde.

Weil der ursprüngliche Artikel zu lang geworden wäre, splitte ich an dieser Stelle.

Ltw 2012 NRW

Was für ein schöner Tag für eine Landtagswahl. Wie immer seit ihr dazu aufgefordert wählen zu gehen. NIcht wählen zählt nicht und es gibt auch keine Ausrede. Wenn ihr nicht wisst wen ihr wählen sollt, weil ihr zu faul wart euch mit den Wahlprogrammen vertraut zu machen, fragt den Wahl-O-Mat, guckt hier oder macht euer Kreuz bei einer der Mini-Parteien die ihr thematisch unterstützen könnt (Biertrinker-, Tierschutz-, Singl-Partei, APPD, ...). Stimmzettel ungültig machen bringt übrigens nichts, falls ihr auf diese schlaue Idee gekommen sein solltet.

Und wenn ihr wollt, dass sich grundsätzlich was ändert, macht euer Kreuz bei den Piraten.

#ltwnrw bei G+, Twitter

Virus Religion

Aus der beliebten Reihe "Religion: Wie werde ich sie los und was kann man tun?":  Religion riskanter als Porno - Ein Symantec-Bericht misst Virengefahr nach Website-Kategorien

Darin heißt es u.a.:

82 Prozent der Attacken auf den religiös-ideologischen Websites standen im Zusammenhang mit Fake-Antivirensoftware. Dass diese Betrugsform in dieser Kategorie besonders verbreitet ist, zeigt sich auch daran, dass 26,4 Prozent aller Fake-Antivirensoftware-Attacken insgesamt von religiös-ideologischen Websites stammen.

Was das über die Medienkompetenz hüstel der Nutzer aussagt muss ich euch wohl nicht erklären? :-)